Wie wählt man das richtige Fahrradzelt für eine Übernachtung im Freien aus?

Wie wählt man das richtige Fahrradzelt für eine Übernachtung im Freien aus?

Eine mehrtägige Fahrradtour mit Übernachtungen im Freien will gut vorbereitet sein: die Wahl des Fahrradtyps, Kleidung, Helm, Fahrradtaschen, Schlafsack … Und natürlich das Zelt! Dieses sollte sorgfältig ausgewählt werden, damit es perfekt zu Ihren Reisegewohnheiten passt – in Bezug auf Praktikabilität, Packmaß und Komfort. Hier finden Sie alle unsere Tipps, um das Fahrrad-Zelt auszuwählen, das am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.

Das Reisevorhaben festlegen, bevor Sie Ihr Fahrradzelt auswählen

Bevor Sie sich mit der Wahl Ihres Fahrradzelts beschäftigen, sollten Sie mehrere Punkte klären: die Dauer Ihrer Reise, die Anzahl der Personen, die geplanten Übernachtungen im Freien und den Transport des Zelts.

Für welche Reisedauer ist das Fahrradzelt gedacht?

Ganz gleich, ob Sie nur eine Nacht, einige Tage oder mehrere Wochen unterwegs sein möchten: Sie benötigen nicht dieselbe Ausrüstung. Für eine einzelne Übernachtung können eine Hängematte oder ein Biwaksack (auch Bivy genannt) ausreichen, wenn Sie vor allem eine kompakte und minimalistische Ausrüstung suchen.

Bei einer längeren Fahrradtour mit Übernachtungen im Freien wird das Zelt zu einem echten Lebensraum. Dann sind ein einfacher Aufbau, der Innenraum, die Belüftung und der Schutz vor Witterungseinflüssen wichtiger. 

Für wie viele Personen?

Die Anzahl der Schlafplätze im Zelt sollte mehrere Kriterien berücksichtigen: 

  • Die Personen;

  • Fahrradtaschen und Kleidung;

  • Schuhe;

  • der gewünschte Platz zum Umziehen und um geschützt zu bleiben.

Für eine alleinige Reise mit Übernachtungen im Freien sollten Sie ein Zwei-Personen-Zelt wählen, wenn Ihnen Komfort wichtig ist. Für eine leichte Bikepacking-Ausstattung empfiehlt sich ein Ein-Personen-Modell, mit oder ohne Apsis.

Die Apsis des Zelts, auch Vorraum genannt, ermöglicht es, die Ausrüstung zu verstauen und vor Regen zu schützen.

Die Apsis des Zelts, auch Vorraum genannt, ermöglicht es, die Ausrüstung zu verstauen und vor Regen zu schützen.

Künftige Reisen mit einplanen

Bei der Auswahl eines Fahrradzelts sollten Sie nicht nur an die bereits geplante Reise denken, sondern auch an Ihre künftigen Vorhaben , sofern Sie welche haben. Stellen Sie sich vorab folgende Fragen: 

  • Werden Sie wieder eine Fahrradtour mit Übernachtungen im Freien unternehmen?

  • Werden Sie allein, zu zweit oder mit der Familie unterwegs sein?

  • Wie lange?

  • Werden Sie dieses Zelt ausschließlich beim Radfahren verwenden?

Wenn Sie beispielsweise längere Reisen planen, sollten Sie sich gleich für ein vielseitigeres Zelt entscheiden – andernfalls müssen Sie Ihr Zelt möglicherweise bald ersetzen. 

Fahrrad und Gepäck berücksichtigen

Bevor Sie Ihr Zelt auswählen, sollten Sie überlegen, wie Sie es an Ihrem Fahrrad transportieren werden. 

Mit Fahrradtaschen und einem Gepäckträger kann es in einer hinteren Fahrradtasche verstaut oder auf der Plattform des Gepäckträgers befestigt werden. An einem für Bikepacking ausgerüsteten Gravelbike findet es normalerweise in einer Lenkertasche Platz.

Sie sollten sich jedoch nicht auf das vom Hersteller angegebene Gewicht beschränken. Die Länge des Packsacks und der zusammengelegten Gestängebögen kann problematischer sein, insbesondere an einem schmalen Lenker oder zwischen zwei Fahrradtaschen. Prüfen Sie daher vor dem Kauf, dass das Zelt weder Kabel noch Bremshebel noch den Lauf des Vorderrads behindert.

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Die Kriterien für die richtige Auswahl Ihres Fahrradzelts

Die Wahl der Biwakausrüstung sollte gut überlegt sein – und das gilt ganz besonders für das Fahrradzelt. Konstruktion, Gewicht, Packmaß, Komfort, Saisonalität: Das sollten Sie vor Ihrer Wahl wissen.

Die Konstruktion des Fahrradzelts

Das freistehende Zelt

Ein freistehendes Zelt steht dank seiner Gestängebögen, ohne sofort am Boden befestigt werden zu müssen. Nach dem Aufbau kann es noch versetzt werden, um den flachsten oder am besten geschützten Platz zu finden. Heringe und Abspannleinen bleiben dennoch unverzichtbar, um das Zeltgewebe richtig zu spannen und die gesamte Konstruktion bei Wind zu sichern.

Diese Konstruktion ermöglicht in der Regel einen intuitiven Aufbau. Sie eignet sich besonders für Reisende, die einen einfachen Aufbau und ein gutes Maß an Komfort bei ihren Übernachtungen im Freien suchen.

Ein freistehendes Zelt bietet besseren Halt bei Wind.

Ein freistehendes Zelt bietet besseren Halt bei Wind.

Das semi-freistehende Zelt

Ein semi-freistehendes Zelt stützt sich teilweise auf sein Gestänge, doch einige Enden müssen am Boden befestigt werden, damit Innenzelt und Überzelt vollständig entfaltet werden können. Ohne mehrere Heringe kann es daher seine endgültige Form nicht beibehalten.

Diese Konstruktion ermöglicht es häufig, die Anzahl der Gestängebögen und damit Gewicht und Volumen des zusammengelegten Zelts zu reduzieren . Damit ist sie ein interessanter Kompromiss für Bikepacking oder für Radfahrer, die ihre Ladung begrenzen möchten, ohne auf ein richtiges Zelt zu verzichten.

Das semi-freistehende Zelt ist leichter als das freistehende und praktisch für eine kurze Reise.

Das semi-freistehende Zelt ist leichter als das freistehende und praktisch für eine kurze Reise.

Das Tunnelzelt

Ein Tunnelzelt besteht aus mehreren parallelen Gestängebögen, die eine längliche Konstruktion bilden. Es bietet häufig ein interessantes Verhältnis zwischen Gewicht, Packmaß und verfügbarem Innenraum , insbesondere für Reisen mit mehreren Personen oder viel Gepäck.

Gewicht und Packmaß

Diese beiden Kriterien sollten immer gemeinsam betrachtet werden. Ein besonders leichtes Modell ist nicht unbedingt am einfachsten mit dem Fahrrad zu transportieren, wenn der Packsack zu lang ist, die Gestängebögen über die Fahrradtaschen hinausragen oder die gesamte Lenkerbreite einnehmen. 

Die meisten Zelte können in mehrere Bestandteile zerlegt werden , um die Aufbewahrung zu erleichtern. Ein etwas schwereres Zelt kann dadurch am Fahrrad einfacher verteilt werden als ein ultraleichtes Modell, dessen Format nur schlecht mit dem verwendeten Gepäcksystem kompatibel ist.

Sie sollten außerdem prüfen, auf welches Gewicht sich die Angaben des Herstellers beziehen. Das Mindestgewicht umfasst in der Regel nur Innenzelt, Überzelt und das für den Aufbau erforderliche Gestänge. Das Packgewicht schließt weitere Bestandteile wie Heringe, Abspannleinen und den Packsack ein. Das tatsächlich transportierte Gewicht kann durch zusätzliches Zubehör und eine Zeltunterlage noch steigen.

Um mehrere Modelle richtig zu vergleichen, sollten Sie sich daher besser auf das Gesamtgewicht der mitgeführten Ausrüstung und ihre Maße im zusammengelegten Zustand stützen. Anhand dieser beiden Angaben können Sie prüfen, ob das Zelt problemlos am Lenker, auf dem Gepäckträger oder in den Fahrradtaschen Platz findet.

Saisonalität und Schutz vor Witterungseinflüssen

Die Saisonalität gibt an, unter welchen Bedingungen das Zelt verwendet werden kann. Ein Sommerzelt verfügt in der Regel über mehr Moskitonetz, um bei warmem Wetter die Belüftung zu verbessern. Ein Drei-Jahreszeiten-Zelt bietet vom Frühjahr bis zum Herbst einen vielseitigeren Schutz, insbesondere vor Wind, Regen und kühleren Nächten.

Prüfen Sie außerdem die Wasserdichtigkeit von Überzelt und Zeltboden, den Schutz der Nähte sowie das Vorhandensein von Belüftungsöffnungen. Eine wirksame Belüftung begrenzt die Kondensation, während ein richtig gespanntes Überzelt verhindert, dass es das Innenzelt berührt.

Der gewünschte Komfort

Der Komfort hängt hauptsächlich vom Innenraum, der Höhe des Zelts und der Anzahl der verfügbaren Stauräume ab. Ein leichtes Zelt setzt in der Regel auf ein kompaktes Format mit weniger Platz für Gepäck und manchmal nur einer Tür.

Für eine längere Reise kann je nach Ihren Bedürfnissen ein etwas geräumigeres Zelt vorzuziehen sein. Zwei Türen, eine Apsis, Innentaschen oder ein Platz für den Helm erleichtern den Alltag und erhöhen den Komfort bei Übernachtungen im Freien.

ModellKonstruktionSchlafplätzeGewichtZusammengelegtes FormatSaisonalitätHauptvorteil
Big Agnes Copper Spur UL2 Bikepack Freistehend 21.67 kg 41 × 14 cm3 JahreszeitenLeichtigkeit, Kompaktheit und Komfort (Platz) sowie Zubehör
MSR Hubba Bikepack 1 Freistehend 1930g36 x 11 x 17 cm3 JahreszeitenLeichtigkeit und Kompaktheit Inklusive Befestigungssystem für den Lenker
Big Agnes Tiger Wall UL2 BikepackSemi-freistehend21.37 kg 38 x 13 cm3 JahreszeitenGewicht, komfortabler Platz, Zugänglichkeit
Big Agnes Fly Creek HV UL1 BikepackSemi-freistehend11.08 kg 13x17x36cm3 JahreszeitenUltraleicht Auf das Wesentliche für Solo-Bikepacking reduziert
Sea to Summit Alto TR1Semi-freistehend 1938 g10 x 45 cm3 JahreszeitenKomfort und Kompaktheit sowie praktische Stauraumaufteilung

Die ergänzende Ausrüstung

Unter dem Zelt platziert, begrenzt eine Zeltunterlage den Abrieb des Gewebes sowie den Kontakt mit Feuchtigkeit und Schmutz. Sie ist besonders auf steinigen, schlammigen oder unebenen Böden nützlich, sofern ein Modell gewählt wird, das an die Abmessungen des Zeltes angepasst ist. Einige Zeltunterlagen bedecken nämlich nur die Fläche des Innenzelts, während andere auch die Fläche der Apsiden abdecken.

Zur Ausrüstung für Radreisen kann es außerdem sinnvoll sein, einige dem Untergrund entsprechende Heringe sowie zusätzliche Abspannleinen und ein kleines Reparaturset für das Gewebe oder die Gestängebögen mitzunehmen. Dieses Zubehör bringt etwas zusätzliches Gewicht mit sich, ermöglicht jedoch einen besseren Aufbau des Zeltes und hilft, unterwegs mit einem Zwischenfall umzugehen.

Das Fahrradreise-Zelt richtig transportieren, aufbauen und pflegen

Sobald Sie Ihr Fahrradzelt gefunden haben, ist es sinnvoll zu wissen, wie Sie es richtig transportieren, aufbauen und pflegen, damit es möglichst lange in ausgezeichnetem Zustand bleibt.

Das Zelt richtig am Fahrrad verteilen

Wenn der Zeltsack zu sperrig ist, können Sie das Gestänge vom Zeltgewebe trennen und beides in unterschiedlichen Fahrradtaschen transportieren . Zu zweit können die Bestandteile auch auf die Fahrräder verteilt werden, um die Lasten besser auszugleichen.

Wenn das Zelt am Lenker befestigt ist, prüfen Sie, dass es weder Kabel noch Bremshebel behindert und ausreichend Abstand zum Vorderrad hat. Vermeiden Sie außerdem zu breite Gepäckstücke, die die Wendigkeit des Fahrrads beeinträchtigen können. Schützen Sie das Zeltgewebe während der Fahrt schließlich vor Regen und Spritzwasser, beispielsweise mit einem wasserdichten Beutel .

Den Aufbau vor der Abfahrt testen

Bauen Sie das Fahrradreise-Zelt vor der Abfahrt mindestens einmal auf, um die verschiedenen Gestängebögen zu erkennen und sich mit Ihrer Ausrüstung vertraut zu machen. So vermeiden Sie, seine Funktionsweise erst bei Regen, Wind oder Einbruch der Dunkelheit herausfinden zu müssen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um das Vorhandensein und den Zustand der Heringe , der Abspannleinen und des übrigen Zubehörs zu prüfen.

Das Zeltgewebe vor dem Schlafengehen richtig spannen

Setzen Sie die Heringe richtig ein und spannen Sie die Abspannleinen, ohne die Struktur zu verformen. Kontrollieren Sie vor dem Schlafengehen die verschiedenen Spannungspunkte und passen Sie sie an, wenn sich das Gewebe nach Regen oder durch Feuchtigkeit gelockert hat.

Ein unzureichend gespanntes Gewebe kann das Innenzelt berühren, die Belüftung verringern, die Bildung von Kondenswasser begünstigen oder sogar Wasser durchlassen.

Das Zelt richtig trocknen und lagern

Lagern Sie ein feuchtes Zelt niemals über längere Zeit. Trocknen Sie das Gewebe gründlich, insbesondere an den Ecken, Nähten und Falten , und entfernen Sie vor der Lagerung Erde und Schmutz.

Bewahren Sie das Zelt anschließend an einem trockenen, gemäßigt temperierten Ort auf, fern von Wärmequellen. Lassen Sie es insbesondere nicht in einem der Sonne ausgesetzten Auto oder auf einem Dachboden mit hohen Temperaturen liegen.